Trauer um Theo Kreutzkam

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Im Alter von fast 68 Jahren ist mit Theodor (Theo) Kreutzkam, ein in Vereinen, Verbänden sowie für die Ortschaft ehrenamtlich engagierter Mitbürger, verstorben.

Der Verstorbene war seit 1964 aktiver Sänger im Männergesangverein Sankt Martinus. Als Vorsitzender stellte sich Theo Kreutzkam von 1996 bis 2008 in die Pflicht für den Männerchor, die Martinis und den Sängernachwuchs. Dank seiner Gestaltungskraft und Überzeugung fanden Chorkonzerte im Ambiente einer Fabrikhalle und auf bäuerlichen Gehöften statt. Für seine Sangesbrüder war es daher eine Verpflichtung, ihn 2009 zu ihrem Ehrenvorsitzenden zu ernennen.
Als Vorstandsmitglied war sein Rat auch im Kreissängerbund Hildesheim gefragt. Viele Veranstaltungen des Männergesangvereins zu besonderen Jubiläen trugen in der Organisation, Durchführung und Außendarstellung seine  Handschrift. Hierbei sah er sich nie als alleiniger „Hauptdarsteller“. Niemals verlor er dabei den finanziellen Blick für das Machbare derartiger Veranstaltungen. Seine Ideen und Kreativität und das „Ärmel hochkrempeln und zupacken“ fanden ihre Anerkennung ...

... in der Öffentlichkeit, auch über die Grenzen des Ortes hinaus.
Zu den besonderen Veranstaltungen zählen das 100-jährige Bestehen des Männergesangvereins von 1895, verbunden mit einer Fernseh-Live-Sendung sowie seine Beteiligung zur 1150-Jahrfeier (2004) der Ortschaft Emmerke. Nicht zu vergessen sind Chor-Konzertreisen nach Frankreich und Russland. Als Mit-Herausgeber der ersten Emmerker Chronik in Buchform, mit dem Titel „Emmerke – Dorf im Hochstift Hildesheim“, haben er und weitere Chronisten sich mit der Dorfgeschichte auseinandergesetzt und sie dokumentiert. 

In den jungen Jahren verschrieb er sich zunächst der sportlichen Seite als aktiver Fußballspieler. In den Jahren bis 1980 war er im Sportverein als Schriftführer, Kassenwart, zweiter Vorsitzender sowie als Leiter der Fußballsparte verantwortlich. Maßgeblich war auch sein Anteil an der Erstellung der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz an der Sportallee.
Sein beruflicher Weg führte ihn und seine Ehefrau von 1980 bis 1983 aus Emmerke heraus. 1983 kehrte das Ehepaar zurück und gründete im Ort die Firma „MuK Kreutzkam-Musterbuch“ auf dem Gelände der ehemaligen Tapetenfabrik G.L.Peine.
Seine persönlichen Kontakte und seine Gedanken für ein friedliches Europa, geprägt durch ersten Begegnungen mit der Damenfussballmannschaft aus der französischen Stadt Chabanais im Jahr 1972, führte letztlich zur Vertiefung und einer formalen Partnerschaft. Als Vorsitzender des Deutsch-Französischen Partnerschaftskomitees setzte er damals erste Zeichen und Signale. Das Ergebnis war nach der Gebietsreform von 1974 dann die Gründung des Vereins Deutsch-Französische Partnerschaft Giesen. Auf der Gründungsversammlung im Jahr 1979 wurde Theo Kreutzkam zum ersten Präsidenten des Vereins, bis November 1980, gewählt. Der Verein ernannte ihn aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenpräsidenten.
Seine helfende und unterstützende Art hat auch Spuren bei der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Kolpingsfamilie hinterlassen, gefestigt durch jahrzehntelange Mitgliedschaften. Sein finanzieller Einsatz als Privatmann oder Firmenchef war nie ein Streben, um etwas an die „große Glocke“ zu hängen.
Der Privatmann Theo Kreutzkam war ein engagierter Christ und ein leidenschaftlich, historisch interessierter Mann, rund um die Sankt Martinus Kirche Emmerke. Als Vorsitzender des örtlichen Kirchenvorstandes kümmerte er sich nicht nur um fiskalische Belange der Kirchengemeinde. Durch seine Recherche und Hartnäckigkeit konnte nachgewiesen werden, dass der Kirchturm aus dem 11. Jahrhundert stammt. Die Freilegung der „Romanischen Teilungssäulen“ im Kirchturm (2003) waren das Signal und das Ergebnis seiner detektivischen Spurensuche, wobei die Bezeichnung „Entdecker des historischen, ältesten Kirchturms im Bistum Hildesheim“ sicherlich gerechtfertigt wäre.
Dass seine kritische, fachliche und sachliche Art nicht immer die Zustimmung seiner Gesprächspartner fand, versteht sich von selbst. Die Dokumentationen sprechen allerdings für ihn. Sein Ziel, für den grundlegenden Erhalt und die Sanierung dieses historisch, wertvollen Bauwerks zu sorgen, wird allerdings eine Verpflichtung für seine Nachfolger im kirchlichen Ehrenamt und der Kirchengemeinde bleiben.
In den Dienst der Kirchengemeinde stellte er sich auch als Lektor, Kommunion- und Gottesdiensthelfer sowie für liturgische Dienste. Seine letzte Ruhestätte fand der Verstorbene unter großer Beteiligung und Anteilnahme der Dorfgemeinschaft sowie der Abordnungen der Vereine auf dem kommunalen Friedhof.

Text und Foto: Michael Sinai

 

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